Chaos, Kunst & Muttermund

Der Podcast für Kreativität und Mutterschaft

KRISE 5# – Krisen-Tools finden

Ein Gespräch mit Alin Coen

30.07.2026 48 min

Zusammenfassung & Show Notes

Auch in dieser Folge dreht sich mal wieder alles um das Thema Krise. Zu Gast ist die Musikerin Alin Coen, deren Musik mich schon sehr lange begleitet und für die ich sehr viel Bewunderung hege. Wir sprechen über Krisen im Musikbusiness, über Umweltaktivismus und Alins neues Album. Und endlich gibt es auch mal wieder die O-Ton-Rubrik, mit berührenden Stimmen von Müttern zum Thema "Auf Tour gehen mit Kindern", das Alin extra für diese Folge mitgebracht hat. Freut euch auf ein spannendes Gespräch mit einer tiefgründigen, vielseitigen Künstlerin.

Mehr über Alin: www.alincoen.com
Alins neues Album

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Foto Cover: David Dollmann

Transkript

Utopie oder Nostalgie? Boah. Da hätte ich gerne noch eine Alternative. Okay, aber ich nehme die Utopie vorsichtshalber. Die verlusteten Telefonjoker. Ja. Okay. Polizei war Utopie, das finde ich gut. Und heute haben wir das Thema Mama Burnout. Lasst euch überraschen, es wird, Oskar bist du ein ganzes Stück? Ja. Mhm. Mutterkuchen. Das schmeckt ja lecker. Danke. Chaos, Kunst und Muttermund, der Podcast für Kreativität und Mutterschaft. Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Chaos, Kunst und Muttermund. Um die fünfte Folge zur Reihe Krise heute und ich spreche mit der Künstlerin Aline Cohn, Eileen ist Liedermacherin, sie steht auf den Unterschied Bühnen, mal solo, mal mit Ben, mal mit 80köpfigen Orchester. Sie hat eine einzigartige, unfassbar berührende Stimme und schreibt zauberhafte Texte, die total unter die Haut gehen. Ähm meistens auf Deutsch, aber auch auf Englisch, Und ich habe ihre Musik, ich glaube 2tausend6 oder 2tausend7 entdeckt auf MySpace. Da gab's MySpace. Ähm da habe ich das Lied Wolken gehört und war sofort total hin und weg und äh das ja das Lied ist für mich irgendwie ein Anker auch wo so meine eigenen Aufwand als die Damacherin und ich liebe das immer noch total und ich freue mich total, dass Aline ähm, Zeit hat und Lust hat auf dieses Format und heute hier ist. Herzlich willkommen Ailin, Vielen herzlichen Dank für diese lieben Worte vorab. Ja, heute geht's ja um das Thema Krise und ähm mich würde total interessieren, Was bedeutet das Thema für dich Krise? Was fällt dir dazu ein, wenn du Krise hörst oder was verbindest du selber damit? Was ist für dich Krise? Krise für mich ähm na ja, findet halt auf ganz vielen verschiedenen Ebenen statt. Ich glaube, alles, was so große Krisen betrifft, also irgendwie so gesellschaftliche Krisen, weltpolitische Krisen ähm sind für mich komplett überfordernd, steige ich nicht durch. Ähm meine, persönlichen Krisen ähm sind sind für mich schon ausreichend komplex, um sie nicht verstehen zu können. Ähm ich glaube äh mir. Ist wichtig, man Tools zu haben, um mit Krisen umzugehen. Werkzeuge, um wieder rauszukommen. Ja, ich glaube, also ne, Krise ist natürlich irgendwie ein Zustand, äh aus dem, ist mir ein Anliegen, es schnell wieder rauszukommen. Mhm. Und ich habe so gedacht, als ich ähm, vorab äh über unser Gespräch nachgedacht habe. Ähm du veröffentlichst ja bald ein neues Album und das ist wahrscheinlich dann das Thema Krise grad total unpassend, weil du bist wahrscheinlich eher jetzt in so einer feierlichen Stimmung. Ähm nö. Absolut Krise. Ja aber ein Album Entstehung auf äh Krise angesagt. Ja ständig, also ständig ein ein hin und her zwischen irgendwelche äh kleinen äh Erfolge feiern und irgendwelche Schritte geschafft haben und dann so die nächste Krise irgendwie zu merken. Also einfach nicht äh das Gefühl zu haben ähm dass irgendwas jemals ausreichen kann ähm von dem, was man, äh so an Energie irgendwo reinsteckt. Also alles Mögliche löst bei mir grade Krise aus. Bei mir löst Social Media gerade völlig Krise aus, weil ich ähm, das Gefühl habe, dass ich das überhaupt nicht bedienen kann, dieses Tool und das ist aber gerade im Moment so ein zentrales Tool geworden ist und auch zum Beispiel eben jetzt, wenn wir auf Konzertreise gehen haben. Alle natürlich irgendwie so diesen Anspruch, dass ich über meine Social Kanäle so viele Leute wie möglich erreiche und ja also da gibt's quasi einfach so, es gibt ich habe so wahnsinnig Widerstände auch so, mich dem so komplett hinzugeben und da so viel Zeit rein zu investieren, weil ich's. Ich finde so wenig Rewarding. Also ich finde so ein Konzert halt total revording, ne. Man tritt auf, man macht da anderthalb Stunden oder zwei Stunden Programm und man gibt ganz viel Liebe und man kriegt ganz viel Liebe und dieses Social Media Ding ist halt, so einen, Ja, ich hab's da noch nicht raus. Also ich hab's noch nicht raus, da so viel Liebe rauszuschöpfen. Wobei, auf der anderen Seite, so eben, wenn ich dann ein Video veröffentlicht habe und da so wunder, wunderschöne Kommentare drunter stehen, dann ist das natürlich auch total rewarding. Ähm aber ich trete nicht in irgendeine persönliche Verbindung. Also es fühlt sich einfach nicht so ähm. Du, ich hab's Gefühl, ich labere grade total dem Laber-Rhabarber Quatsch. Nee, überhaupt nicht. Ich bin grade nicht einverstanden mit meiner nee, ich bin ich bin das total ähm spannend, weil ich bin grade auch total an diesem Punkt. Also ich bin heute Mit dem Gedanken aufgewacht, ich will jetzt mich hinsetzen und überlegen, was gibt es für Alternativen zu Instagram, weil ich diese Plattform einfach, geht irgendwie nicht mehr für mich und ich kann das total nachvollziehen, weil das ist ja auch ähm das ist ja nicht einfach nur eine Plattform, ne, dann man ist ja so quasi dem Algorithmus unterworfen und ähm und das verändert sich ja auch ständig. Man muss sich ja auch immer wieder, mitverändern und es dem so ausgeliefert irgendwie, ne? Also das kommt ja irgendwie auch noch dazu. Ja weiß ich Ich weiß nicht so richtig, ob man sich wirklich irgendeinem Algorithmus anpassen muss. Also wir wir arbeiten jetzt zum ersten Mal mit einer Social Media Agentur zusammen. Mhm. Und der der mit dem wir da ähm sprechen, der sagt auch, Denk niemals in Algorithmus, ein Algorithmus, also es ergibt gar keinen Sinn. Du willst Menschen erreichen, du willst keinen Algorithmus erreichen, du willst keinen Algorithmus bedienen, du willst Menschen erreichen. Und der Algorithmus lernt quasi von den Menschen. Mhm. Und wenn wir anfangen, Dinge zu tun, weil wir glauben, wir müssen diesen Algorithmus bedienen, dann lernt er quasi falsche Dinge der Algorithmus. Mhm. Ähm, die sinnlos sind. Also genau, er sagt, mach die Dinge, von denen sich Leute abgeholt fühlen können, ne, mit denen sich Leute verbinden können. Versuch dich mit den Leuten zu verbinden. Da sagt er, das hilft schon so ein bisschen, da irgendwie nicht so so ein verschobenes Bild sich da irgendwie zu bauen. Aber ja, nichtsdestotrotz, Und ähm genau, also ich habe ähm gestern mir noch mal ähm die ähm ich glaube, das war die zweite Single vom vom neuen Album. Ähm, hat mal ein, atme aus, mir angehört. Nein, das war die war die erste ist immer noch da. Ah ja, okay. Ja, ich habe das eine irgendwie zuerst gehört. Ähm auf jeden Fall, die, Ähm ich habe mir das angehört und mir sind so die Tränen gekommen, weil das hat mich so abgeholt, weil ich jetzt zur Zeit auch wieder so eine Phase habe, wo ich oft in der Nacht wach liege und nicht schlafen kann, weil ich ähm so irgendwie existenzängste, spüre, Wut spüre, Ohnmachtsgefühle Herzrasen wegen dem ganzen Weltgeschehen und ähm, und irgendwie hat habe ich mich da total wiedergefunden in diesem Lied und mich würde total interessieren, was hat dich ähm ja was war der Impuls, dieses Lied zu schreiben, Ja tatsächlich war das eine Nachricht in im Radio. Ich war im Auto unterwegs und habe im Sommer war das letzten Sommer. Ähm eine Nachricht darüber gehört äh. Bei dem Erdbeben in der Türkei ein 14-jähriges Mädchen, auf dem Weg ins Krankenhaus, an den Folgen ihrer Panikattacke gestorben wäre. Und das hat mich total, umgehauen ich fand das irgendwie so eine völlig krasse Nachricht und habe dann auch angefangen so zu nachzugucken also so zu, zu suchen, ob äh man an Panikattacken sterben kann. Ähm das ist eine wahrscheinlich eine sehr verkürzte Darstellung ähm, weil man wenn man nicht eine Herzinsuffizienz oder andere Vorerkrankungen hat, Epilepsie zum Beispiel, ähm dann, kann eine Panikattacke zwar sehr bedrohlich wirken, aber sie ist nicht tödlich. Deswegen also diese Nachricht dort im im Radio hat mich einfach so total, umgehauen und ähm in der Zeit hatte ich eine Freundin, mit der ich, Äh also ich habe eine Freundin, die in der Zeit auch eine echte Krise hatte, ähm mit der ich ab und zu telefoniert habe und äh sie hat halt ganz häufig Panikattacken gehabt und ich hatte, einfach so das Bedürfnis, irgendeinem. Irgendwie damit umzugehen und dann habe ich angefangen, dieses Lied zu schreiben. Ich habe in der Zeit selber auch so Meditations äh, Podcasts, ne, wie nennt man das? Also so im Internet habe ich einfach so Meditationshör wie nennt man das denn, solche sind ja, Ich brauche gerade das Wort. Hilf mir. Ich weiß es nicht. Weil wenn man im Internet auf so eine Streaming-Plattform und was hört, also so eine Meditation, einfach so eine Meditation, eine geführte Meditation im Internet. Mhm. Ähm, So was habe ich in der Zeit gehört, selber. Und habe äh du weiß nicht, war einfach so ganz intuitiv, dass ich dann ähm selber ein Lied geschrieben habe, was ähm was das Thema Panikattacke, Äh was damit indem ich einfach umgehen wollte mit dem Thema Panikattacke. Mhm. Ja. Und eben wie wie ich ja auch eingangs schon gesagt habe, mir ist irgendwie daran gelegen, so aus einer Krise irgendwelchen irgendein Werkzeug zu finden, um wieder rauszukommen. Glaube, ähm das war wahrscheinlich so ein bisschen mein Hintergedanke bei Atme ein, atme aus, einfach so ein, Weg zu suchen, um da wieder rauszukommen. Mhm. Einfach ein ein Akutmittel, um damit umzugehen. Ja. Toll. Ja, Wahnsinn, echt total berührend das Lied und ich glaube auch wirklich trifft das voll so einen Nerv dieser Zeit irgendwie. Ich glaube, äh viele Menschen sind gerade einfach Also überreizt, überfordert und ähm ja, Atmen ist da echt ein ganz ganz kraftvolles und wertvolles äh, Tool, ja. Mhm. Aber Musik natürlich auch und deswegen das ist einfach doppelt toll dann so ein Lied von dir zu hören. Ja das Das freut mich total, ähm dass das diesem Effekt hat bei dir. Ich habe, ähm als ich das geschrieben habe, hatte ich so das Gefühl, eigentlich ist das ja gar kein vollwertiges Lied. Also es hat sich ganz, ganz komisch angefühlt für mich, das zu machen und ähm, einer der Ersten, die das Zuhören gekriegt haben, war mein Bassist und ähm der hat halt auch so ganz, ganz positiv darauf reagiert, ne? So ich hatte wirklich das Gefühl, ich habe da so irgendwie so ein halbes Lied gemacht. Das hat sich für mich irgendwie gar nicht angefühlt wie so ein, echter Song, den ich da gemacht hätte. Mhm. Ähm deswegen ist das dann ganz, ganz gut von außen so eine Rückmeldung zu kriegen, dass das ähm, was für eine Wirkung das einfach haben kann auf auf diejenigen, die's hören. Ja. Ja, da steckt so viel mehr drin. Ich glaube, da braucht's jetzt nicht eine ganze Geschichte oder so, die erzählt werden muss. Ähm ja, toll. Ähm, Und ich habe mich dann auch gleich noch mal gefragt, ähm weil also ich selber halt auch total gerne auf Deutsch schreibe und singe ähm und gleichzeitig aber auch finde, dass das eine sehr schwierige Sprache ist, eine sehr spirituelle und sehr, Also man braucht sehr viel Fingerspitzengefühl finde ich, um da so die richtigen ähm Bilder erzeugen zu können. Ähm, Wie wie bist du denn darauf gekommen, auf Deutsch zu schreiben und zu singen? Ich habe meinen ersten Song, also eigentlich habe ich parallel mit beiden angefangen mit Deutsch und Englisch, aber, Als ich angefangen habe zu schreiben, war ich in Schweden und äh war umgeben von Leuten, mit denen ich halt auf Englisch gesprochen habe und ich habe selber, auch ausschließlich englischsprachige Musik gehört. Ich war ganz großer Fan von Arnie die Franko. Ähm die hat mich glaube ich auch dazu inspiriert, Singer-Songwriterin zu werden. Ähm, und dieses deutschsprachige war aber so ähm quasi nur so für den Privatgebrauch. Ich habe zweitausendundvier dann beim Pop-Kurs mitgemacht und da gab's eine, Lehrerin für deutschsprachiges Texten Edit Jeske. Und Edith hat sich mit mir die deutschsprachigen Sachen angeguckt und war, sehr unterstützend darin da da dran zu bleiben. Also ich hatte tatsächlich beim ersten, also es gibt so zwei Teile beim Pop-Kurs, man macht drei Wochen, ich glaube im Frühjahr und dann sind's noch mal drei Wochen im Sommer, die man da zusammen mit 50 anderen Musikerinnen und Musikern verbringt und zusammen Bands bildet und eben am Ende gibt's eine Aufführung. Und in dieser Zwischenzeit, da sind, glaube ich, so drei Monate Pause und ich habe, einen Freund kennengelernt, bei diesem ersten bei der bei der ersten Phase schon und habe mit dem zwischendurch mal telefoniert, David Huhn ist das, selber auch Musiker und. Ich habe dem telefoniert und ihn gefragt, ob er in der Zwischenzeit eigentlich Songs geschrieben hat und dann hat er gesagt, ja ich habe drei Songs für meine Band geschrieben und zwei einfach so für mich selber. Und das war ein, krasser Erkenntnismoment für mich, dass man Songs einfach für sich selber schreiben kann. Weil meine Songs, die ich quasi nach außen getragen habe. Bis zu dem Zeitpunkt waren alle auf Englisch. Und als ich aber so gedacht habe, okay ich schreibe jetzt auch einfach mal zwei Songs für mich selber, Das waren dann zwei so ähm Ex-Beziehungsverarbeitende Songs, nämlich festhalten und das letzte Lied. Die ich dann auch irgendwann veröffentlicht habe, aber das waren so zwei Songs, die habe ich tatsächlich aus dem Impuls herausgeschrieben, einfach mal was für mich selber zu schreiben. Und ähm genau, so so kam's halt dazu, dass ich dann auf Deutsch weitergemacht habe. Also eben, ich hatte so am Anfangsgefühl, es passt überhaupt nicht zu meiner Identität und Englisch gibt einem die Möglichkeit, so viel mehr Vokale irgendwie einzuarbeiten in den Text und dass man irgendwie so viel ähm blumigere Melodien singen kann, ohne dass es gleich. Komisch oder kitschig wirkt. Ähm und dieses deutschsprachige war aber halt, kam so eher aus diesem Gefühl heraus etwas ähm zu verarbeiten oder so was oder irgendwas zum also ne irgendwas Inneres zum Ausdruck zu bringen. Also es ähm, ja ich weiß nicht, ob's ob sich das irgendwie erklärt, was ich damit meine, was da so der Unterschied ist. Also ich hatte das Gefühl, mit dem Englischen kann man. Musik, also ne weil ich komme eigentlich von der Musik aus. Also so wenn ich Musik oder wenn ich Lieder schreibe, dann geht's mir eigentlich meistens darum einen Text zu irgendwas zu finden oder emotional ähm, was Passendes zu finden, zu einer Musik, die ich gerne machen möchte. Also ich komme nicht aus dem Gedanken heraus, ich habe, Anliegen, was ich in Text packen möchte und Musik ist quasi mein, mein Mittel, um das zu überbringen, meine Message, sondern ich komme eigentlich aus der Musik, ich möchte gerne Musik machen und brauche dafür halt Worte, um das zu, transportieren. Mhm. Wow, das ist total spannend. Ganz schön theoretisch, glaube ich, aber hm, das ist so mein Gefühl. Mhm. Ja, Wahnsinn, Also das heißt, du hast Ideen von Melodien im Kopf oder auch Harmonien oder oder wie das passiert einfach. Also so ich ich bin am Klavier oder an der Gitarre und spiele so vor mich hin und dann kommt da einfach Musik bei raus und manchmal kommt, Direkt mit der Musik auch schon irgendeinen Satz, das ist meistens äh der beste Zustand, der passieren kann, weil dann weiß ich, da wird ein Lied das gleichzeitig kommt. Mhm. Dieser eine Satz und die Musik. Und ähm verändern sich dann die Songs auch noch mal, wenn du dann mit mit deiner Band ein Beispiel zusammen die die Songs irgendwie erkundest, ähm wenn die dann noch andere musikalische Einflüsse reinbringen, verändert sich dann auch noch mal der Text manchmal oder, Wie ist da der nee. Nee, inzwischen ist es glaube ich wirklich so, ich ich schließe quasi den Songwriting-Prozess ab und dann, wenn ein Lid fertig ist, dann, zeige ich das meiner. Mhm. Band. Das war früher definitiv anders so. Wir haben als Band ähm ganz viel zusammen ausprobiert und dann habe ich versucht, Texte zu finden, die zu irgendeinem musikalischen Teil passen. Mhm. Ähm aber inzwischen habe ich die Songs fertig geschrieben und ähm gehe dann mit einem fertigen Song in die Bandprobe. Also es kann sich schon immer noch irgendwas verändern an an einer Struktur, dass man irgendwie da irgendwie noch einen zweiten Refrain hinpackt oder, Was auch immer, aber ähm genau, eigentlich also so im Text ändert sich wenig. Das passiert dann schon bei mir im Songwriting-Prozess vorher. Mhm. Ähm ja noch mal zurück zum Thema Krise. Ja. Ähm du hast ja mal ähm du hast irgendwann mal erzählt, dass du, ich weiß nicht wann das war vor einigen Jahren entschieden hast mit der Musik aufzuhören und bist dann in den Umweltschutz gegangen, und nach einiger Zeit dann aber doch hast du die Musik wiedergefunden für dich und ähm ich würde da total interessieren, war das für dich auch ähm eine Krise diese Zeit oder wie ähm was war das für ein Prozess? Ja, das war eine absolute Krise. Also sowohl mein in die Musik reinkommen, war auch ein eine Krisenphase, die davor war, als ich 19 war und und fertig mit der Schule und irgendwie ein Medizinstudium abgebrochen hatte nachm Semester und ähm so völlig lost war. Das war quasi so eine Krise, die dem voran ging, bevor ich dann Musikerin geworden bin ähm und dann 2014 habe ich beschlossen, dass ich. Nicht mehr Musikerin sein möchte, weil mir das plötzlich wahnsinnig sinnlos vorkam. Auf der Bühne stehen und Lieder singen, fand ich plötzlich total sinnlos während der Planet irgendwie den Bach runtergeht und wir unsere ähm Lebensgrundlage selber zerstören. Da hatte ich so das Gefühl, okay, ich muss jetzt was ordentliches machen, was Ordentliches werden. Ich muss Umweltschutz, also Umweltaktivistin werden, Mhm. Und ähm bin nach Holland gegangen, habe dort äh einen, also ich hatte sowieso schon Umweltschutz, Technik studiert, bevor ich Musikerin geworden bin oder bevor ich professionelle Musikerin geworden bin, sage ich mal so, wobei professionelle Musikerin ist das jetzt auch nicht so ein ganzes Attribut, was ich denke, wenn ich an mich als Musikerin denke. Ähm, Äh aber also bevor ich mich quasi für den Beruf Musikerin entschieden habe, habe ich Umweltschutztechnik studiert und habe dann 2014 beschlossen, dass ich jetzt fertig bin mit der Musik und jetzt ähm noch mal in diesen Umweltschutz ähm Bereich gehe und habe einen Master in Land and Water Management hieß das in Holland, ähm habe ich angefangen und habe ein Praktikum bei Greenpeace gemacht für ein halbes Jahr, und habe dann aber statt meiner Masterarbeit zu schreiben, ein Lied geschrieben und dann beschlossen, dass ich doch erst mal ein Album schreibe und ich hätte bis 2025 Zeit gehabt meinen Master im Land and Water Management äh fertig zu machen, aber die Musik hat mich wirklich seit 2tausendund16 zurück und es fühlt sich nicht mehr sinnlos an, aber ich brauchte auf jeden Fall mal zwischendurch diese zwei Jahre äh Abstand. Mhm. Und rückblickend ähm hast du eine Erklärung für dich, warum sich das auf einmal sinnlos angefühlt hat? Mhm. Da kam einiges zusammen, glaube ich. Also ich glaube, es ist ein bisschen komplex, was da alles passiert ist. Ähm das eine war, dass ich mit unserer Bandkonstellation nicht mehr so richtig happy war. Ich hatte das Gefühl, ich bin verheiratet mit meiner Band und habe nicht die freie Entscheidung. Ähm auch mal mit anderen Leuten zusammenzuarbeiten oder so was. Also jedes, Wenn ich zum Beispiel mal die Idee hatte, ich würde gerne einen ich würde gerne eine Frauenband gründen, ich würde gerne mal nur mit ähm, nicht Männern zusammen von einer Perze. So, dann fühlte sich das sofort an wie Betrug. Ähm und ich habe mich 2016 von unserem Gitarristen auch dann getrennt, Also musikalisch getrennt. Ähm und ich habe 2012 an zwei, Textworkshops teilgenommen. Einmal die Zeller Schule und das Sargo-Seminar. Hm und hatte sehr, sehr viel Input darüber, wie Texte schreiben eigentlich geht und habe daraufhin vier Jahre lang das Texte schreiben einfach verweigert. Mhm. Ähm ich glaube, das hat beides mit beigetragen zu diesem zu dieser Krise mit der Musik. Hm. Ich weiß also ne, ich ich kann nicht erklären, auf welche Art und Weise so ein Textseminar ähm einen dann dazu bringt, dass man gar keine Lust mehr hat, Lieder zu schreiben, aber irgendwas und ja, es gab noch ein Thema, was mich total geärgert hat und das war einfach ähm, Als Frau in der Musikbranche unterwegs zu sein. So, ich habe einfach selber so Situationen beobachtet, dass Männer besser bezahlt werden, dass, viel mehr Männer auf Festivals auftreten und dass man einfach also nur so mir einen Line-up angeguckt und es treten irgendwie, Auf diesem Poster sind irgendwie vier Bands zu sehen und sind alles nur Männer. Also so ich habe plötzlich einfach so total eine Krise mit der Musikbranche gehabt, weil ich's so krass männlich dominiert finde. Damals noch Also ne damals schon fand und jetzt immer noch finde, also so ähm es definitiv es ändern sich Dinge und es werden auch Frauen in äh höhere Positionen geholt inzwischen, aber ähm ich habe einfach ich ich hatte einfach echt die Nase voll von, von dieser ganzen Musikbranche. Ich habe wenige Berührungspunkte sowieso irgendwie. Also so ich ich habe immer das Gefühl so, ich bin voll äh die äh. Ich weiß nicht, ähm also ich bin nicht in der Musikindustrie drin gefühlt, ähm ich habe wenige, also ne, so habe hab's gefühlt, klar, ich ich gebe Konzerte, da habe ich natürlich mit Veranstalterinnen und Veranstaltungen zu tun und wir sind mit einer Booking Agent, mit einer ganz, wir haben eine ganz tolle Bookerin, also so, na klar gibt's Berührungspunkte, was die Musik, Branche betrifft, aber ähm, so mit ähm den Frauenbildern, die in der Musikbranche so propagiert werden, äh ich bekam mich damit nicht so identifizieren. Also ich find's ich find's nicht angemessen. Mhm. Ich find's kein modernes Frauenbild, was es in der Musikbranche gibt. Mhm. Wahnsinn und wie was ist jetzt für dich anders, dass du dich jetzt diesen Themen widerstellst sozusagen dem Liederschreiben und dem und der Musikbranche und ähm ja, Na ich hab's Gefühl ich stelle mich den Musikbranche nicht, sondern ich habe das Gefühl wir machen halt unser Ding und ähm, Machen halt unsere Musik. Also so ich ich. Ich mag also ich glaube, ich habe angefangen wieder zu sehen, wie viel Spaß es mir macht. Das macht mir einfach unglaublich viel Spaß auf der Bühne zu stehen und Leuten, ähm, Die Lieder zu zeigen, die Musik zu zeigen, die wir machen. Ich find's äh wahnsinnig berührend und ich glaube, ich sehe inzwischen auch viel häufiger ähm, oder ich erkenne es mehr an, wenn Leute mir schreiben, dass ihnen diese Musik hilft, ne? Also so ich ich ja ich erkenne das inzwischen quasi als ähm. Ähm validablen Grund. Mhm. Musik zu machen an. Mhm. Das ist einfach einigen Leuten, hilft es zu hören, dass es denen gut tut, das zu hören. Also ich glaube, es ist eher eine gute Sache als eine schlechte Sache. Mhm. Die Musik zu machen, die ich mache. Mhm. Und es macht mir richtig Spaß. Ich war du wie gesagt, ich glaube, es waren einfach diese ich ich hatte einfach diese vier Jahre Krise mit der Musik und ähm, Und es ist gut, dass ich zwischendurch Abstand genommen habe. Mhm. Und ähm ich glaube, es ich glaube, es hat auch damit zu tun, dass ich gesehen habe, wie viel, krasser Mann sein muss, um Umweltaktivistin zu sein als das, was ich bin. Man braucht so ein super, dickes Fell und ähm genau, darf sich so gar nicht einschüchtern lassen und ich bin halt so ein Sensibelchen, also ich glaube, wenn ich mit äh all dem Druck äh der ähm mit dem zum Beispiel Luisa Neubauer konfrontiert wird. Ich glaube, wenn ich mit so was ähm, konfrontiert wäre. Ich ich würde völlig zerbrechen. Also ich alleine in der Zeit, in der ich dabei bei Greenpeace war, ne? So du musst dich halt also man braucht so einen, Beharrungsvermögen, so ein Durchhaltevermögen. Man muss so. Oh man muss einfach so stark sein und ich habe das Gefühl ich habe da nicht die Kraft für um richtige Umweltaktivistin zu sein. Und auch das Gefühl einfach so, mit der Musik erreiche ich Leute, ich hab's Gefühl ich kann das. Ich habe das Gefühl, dass ich als Aktivistin irgendwie völlig ähm ich bin so viel zu chaotisch um Umweltaktivistin zu sein. Mhm. Ja. Das sind ja total komplexe, also man muss ja einfach so ganz ganz komplexe Dinge kapieren, um also ne, als als immer, wenn du was verändern willst als Umweltaktivistin, musst du ja so ganz komplexe Dinge verstehen und da, mit den richtigen Leuten sprechen und Aufmerksamkeit dafür holen und du, machst dich einfach zur Gegnerin von ganz vielen Leuten, die da gar keinen Bock drauf haben, mit diesem Planeten schonend umzugehen, so dass der noch vielen Generationen nach uns erhalten bleiben kann. Mhm. Ja. Weil weil das bedeutet, dass man halt auf Profite verzichten muss und da haben ganz viele Leute halt keinen Bock drauf. Die sehen halt die Profite und sehen halt nicht, was, Ähm ja, wie viel, wie viel Zerstörung, wie viel Umweltzerstörung dabei passiert, Oder denen ist es egal, vielleicht sehen Sie sogar, wie viel Umweltzerstörung passiert und es ist denen aber Wurst? Ich finde, da kommt dann aber auch, zum Beispiel auch Musik mit ins Spiel, also nicht nur ähm Klimaaktivismus oder ähm sondern ich finde da ein Ansatzpunkt ist für mich da auch zum Beispiel das Nervensystem, das glaube ich viele Menschen, die sind mit ihrem Alltag so überfordert auch und ihr Nervensystem ist so überfordert ähm, dass sie gar nicht die Kapazität haben, was zu verändern und deswegen wollen die auch vieles nicht hören und sehen, weil die gar nicht die Kapazität haben, was zu verändern, ähm auch von ihrem System her, vom von von ihrem Nervensystem her und ich finde da zum Beispiel Musik ebenso wie wie deine Musik kann da ganz viel kann da ganz viel ähm, Ja eine Stütze sein, Leute ja, dass Menschen sich sicher fühlen können, dass Menschen sich gesehen fühlen können, dass Menschen sich auch geborgen fühlen können und dass das Nervensystem sich regulieren kann und das kann dann auch wieder ähm, dazu führen, dass Menschen offener werden für Veränderungen oder auch ähm mehr Kraft haben, sich der Realität zu stellen irgendwie, ne? So ähm und deswegen finde ich, ähm ist Musik auch ein wichtiger Faktor in dem in dem Ganzen so. Hm. Also ich finde irgendwie, es braucht beides, es braucht den Aktivismus, aber es braucht auch die Kreativität und zum Beispiel Luisa Neubauer ist ja auch so ein Mensch, die die beides ja sogar bedient, ne? Die ist ja unglaublich kreativ und ähm finde da holt sie ja die Menschen auch auf Auf beiden Ebenen ab irgendwie ähm und das finde ich auch so toll an solchen Menschen, die dann auch gleichzeitig mit ihrer Kreativität ähm, Menschen auch nicht überfordern, sondern ähm auch ja ermutigen, selber auch in die Handlung zu kommen. Ja, also ich selber bin auch super dankbar dafür, dass es äh so jemanden wie Luisa Neubauer gibt, weil sie so gleichzeitig so eine ähm wahnsinnig positive Ausstrahlung hat und trotzdem auch eben diese ganzen, kritischen Sachen, also sagen wir mal so, ja ich weiß noch nicht mal, was das richtige Wort ist. Ähm einfach so, Konfliktthemen, Probleme einfach anspricht, aber so eine Positivität behält. Deswegen macht's halt total Spaß, ihr dabei zu. Also mir macht's mega ähm Freude, sie zu sehen in der Art und Weise, wie sie über Dinge spricht. Mhm. Ja. Mhm. Mir auch so und ich bin sehr, sehr dankbar, dass Sie sich einfach äh traut, äh Leute zu konfrontieren, ja ja das ist echt oder ja Wahnsinn wie viel Mut das braucht. Hm. Ähm ich habe ähm in diesem Podcast so eine Rubrik, die heißt O-Ton-Rubrik. Die ist so ein bisschen untergegangen, äh weil ich in nicht die Kapazitäten hatte, aber ähm heute habe ich die Gelegenheit, Sie wieder aufleben lassen zu können, unter anderem, weil du nämlich ein Thema mitgebracht hast ähm für diese Rubrik und da sammle ich nämlich Stimmen von Müttern und du hast dir das Thema gewünscht mit Kind oder Baby auf Tour gehen, Und ähm ich habe ein bisschen mich umgehört und ich habe tatsächlich ein paar Stimmen bekommen. Cool. Die kann ich dir jetzt mal vor, lesen beziehungsweise, Ja. Genau und ähm eine Musikerin hat mir geschrieben und zwar ähm, Ich war sehr, sehr viel mit Baby auf Tour, je nachdem, wie gut die Babys geschlafen haben, ging das. Ich erinnere mich vor allem an, Nach dem Soundcheck Essen alle zusammen dann nochmal stillen und dann den Babysitter mit dem Kind zum Hotel bringen. Dann schnell zurück schminken, einsingen. Zack auf die Bühne, Danach so schnell wie möglich wieder ins Hotel zum Stillen. Kann alles ganz okay klappen, wenn der Weg nicht weit ist. Wenn es dem Veranstalter aber nicht wichtig erschien, dass das Hotel bitte, bitte in der Nähe sein soll, puh. Alles in allem ließ sich ein Babyalltag und ein Touralltag einigermaßen unter einen Hut bringen. Wenn die Strecken nicht weit waren und die Infrastruktur stimmte. Zum Beispiel Backstage, wo man sich zurückziehen kann, Hotel in der Nähe, ein Kind zwischen einem Jahr und sechs Jahren habe ich nie mit auf Tour genommen und hätte das auch nicht gern gemacht, weil mich das völlig überfordert hätte. Seit die Kinder im Schulalter sind, finde ich es sehr schön, sie dabei zu haben. Sie mögen den Touralltag, finden alles spannend und ich finde es lustig, wenn sie dabei sind und schön, dass sie mitkriegen, was ich mache. Wow, ich fühle es so krass. Ich habe die ganze Zeit Gänsehaut. Ja, ich find's total auf den Punkt. Also, diese äh Anforderungen, dass man also eine Anforderung einfach an einen Veranstalter oder eine Veranstalterin ähm man braucht einen Ort in der Nähe, damit man das Kind stillen gehen kann, nachm Konzert so schnell wie's geht. Ja. Das ist so wichtig und dass man einen Rückzugsraum hat. Also so ja, alles komplett, unterschreibe ich alles. Wow. Ja. Also wir haben wir sind weiter auf Tour gegangen, mein Freund und ich ähm sind beide zusammen in der Band, er ist der Schlagzeuger und äh unsere Kinder, sind daher mitgekommen auf Tour. Also ich bin ab dem Moment, wo der erste 2 Monate alt war, bin ich wieder auf Tour gewesen, Das waren aber Konzerte, wo mein Freund noch nicht mit aufgetreten, da war ich mit Philipp Porsel auf Tour 200siebzehn, ähm und dann als unser kleiner ah nee, der Große, als der Große ein halbes Jahr alt war, Genau, sind wir auf erste eigene Tour gegangen und dann ähm als der Kleine, der ist jetzt inzwischen vier als der auf die Welt kam, habe ich auch tatsächlich mein erstes Konzert gemacht als der zwei Monate alt war und wir sind auf Tour gegangen, da war der drei Monate alt, aber wir hatten richtig tolle Babysitterinnen dabei auch und wir sind jedes Jahr auf Tour mit denen, also die sind jetzt 8 und vier, Ähm und die wollen auch mitkommen und wir haben halt zwei Babysitterinnen dabei, ähm die auf die aufpassen. Und haben halt inzwischen auch so einige Dinge gelernt, was äh hilft, wenn man ein Kind dabei hat, Ja. Hast du noch weitere O-Töne, weil wir fallen noch mehr Sachen ein, die ich dazu erzählen möchte auch, aber ich bin total ich find's richtig cool, das mal von anderen Müttern zu hören. Ja, es gibt noch ein O-Ton von einer Musikerin, die du auch sogar kennst. Okay, mal gucken, ob ich die Stimme erkenne. Hallo, mein Name ist Magdalena Ganter. Ich bin Musikerin und Schauspielerin und mittlerweile Mutter zweier Kinder. Ich habe in den letzten Jahren meine Kinder auch häufiger dabei gehabt sowohl bei Konzerten als auch im Theater vor allen Dingen daran zur zur Probenzeit, denn die erstreckt sich ja teilweise über mehrere Wochen und äh solange kann ich nie und nimmer auf meine Kinder verzichten, beziehungsweise wäre das ja auch gar nicht möglich. Meine Erfahrung, die ich gemacht habe, sind durchweg positiv tatsächlich. Äh ich habe das immer als sehr bereichernd empfunden, sowohl für uns als Familie. Als auch äh im Austausch dann mit hm der Community und den äh ja den äh, Partnerinnen, also sowohl VeranstalterInnen als dann auch äh, im Backstage oder im Theaterbetrieb dann eben einfach die Menschen vor Ort. Das war immer ein sehr herzliches Miteinander und äh sehr supportiv. Das ist, Das war ganz toll zu spüren. Das hat mich auch sehr unterstützt, weil ich oft im Vorfeld Sorgen hatte, und Ängste, ob das so klappen kann, wie viel kann ich meinen Kindern zumuten, wie viel kann ich mir selber zumuten, Und tatsächlich geht es nur mit Support. Das ist ganz klar und grade, wenn die Kinder noch klein sind, ähm geht das natürlich auch nur mit äh vertrauten Personen, ähm die da mit unterstützend, am Start sind. Äh glücklicherweise habe ich die, hatte ich die in der Vergangenheit und das wünsche ich jedem. Von daher ein Plädoyer hier jetzt vor allen Dingen vorher Community für ähm. Dafür Netzwerke zu schaffen, gerade wenn die eigene Familie möglicherweise nicht so ähm schon allein geografisch vielleicht nicht so unterstützend zur Hand gehen kann oder einfach ja ähm, mit dabei sein kann, unterstützen kann. Äh wir brauchen Netzwerke, um um uns gegenseitig zu unterstützen und manchmal ist der erste Schritt diese Hilfe zu suchen ja auch äh der fast der schwierigste zu sagen hey ich brauche Unterstützung ähm und ich kann aus meiner Erfahrung heraus eben nur ähm Mut machen, das zu äußern, zu kommunizieren, äh wo es gerade hakt, was äh nicht funktioniert. Ähm, und äh ja, so so können sich Menschen finden, die wiederum Kapazitäten haben und Lust. Und so ähm können wir zusammen ist wesentlich mehr möglich auch äh für uns als Künstler in in diesem Betrieb, in der, Musikgeschäft, grade so wie im Theater ähm Betrieb. Ja, danke schön. Richtig cool. An dieser Stelle mein Applaus für alles, was Magdalena sagt. Cool. Ja, sie hat noch eine ganz kleine Nachricht hinterhergeschickt, Moment. Mhm. Mich würde von Aline interessieren, zu hören, was sie sich wünscht, ähm beziehungsweise was sich ihrer Meinung nach ändern muss, Damit es noch einfacher wird, Kinder mitzunehmen auf Tour. Also was von der Infrastruktur her sich verändern muss, was vielleicht auch schon, erreicht wurde. Ja und wie sie sich das äh im Idealfall vorstellt auf Tour mit ihren Kindern. Mhm. Ja cool. Ähm also ich habe natürlich so keinen Gesamtlösungskonzept, aber wir haben, gute Erfahrungen gesammelt und manchmal auch herausfordernde Erfahrungen gesammelt ähm auf Tour mit Kindern. Eine richtig coole Erfahrung war, als wir in Erlangen aufgetreten sind. Die waren sehr. Kinderfreundlich dort oder es also ne, ich glaube, es hat auch damit zu tun, ob die Veranstalten selber Erfahrungen mit Kinder haben, ob sie sich darauf einstellen können, dass da Kinder dabei sind und in Erlangen hatten wir, Ein Backstage-Raum ähm also auf den Backstages stand Backstage eins, Backstage noch mal bei den im Backstagestand Backstage eins, für einen Raum Backstage, zwei Backstage 3 und Kinder Backstage. Wir hatten einen Raum, der komplett ausgelegt war mit Teppich, da war ein Tisch vorbereitet worden, wo so, Masken zum selber ausschneiden, ausgedruckt worden waren. Da waren Stifte, da waren Schaukelpferd drin, da waren irgendwelche Kuscheltiere reingelegt worden und irgendwelche Spiele, Und es war Heaven. Es war einfach so wunderbar. Da war ein großer Raum, wo sich die Kinder mit den Babysitterinnen aufhalten konnten und mein großer Sohn, der war damals fünf. Der hat ähm dieses Schild von der Tür. Das war so ein laminiertes Schild, auf dem Kinder Backstage stand. Der hat dieses Schild mitgenommen aus Erlangen und hat's für den Rest der Tour mitgenommen und hat sich dann bei den Konzerten danach immer irgendeinen Raum ausgesucht, wo er dieses Schild Kinder Backstage drangeklebt hat. Das war dann der Kinder Backstage. Und ich glaube, das ist so eine, Das ist einfach so ein super cooles Tool, das einem Kind vermittelt wird, hier ist Platz für dich, du bist gewollt, du bist willkommen, wir machen hier Platz für dich. Ähm also das ist etwas, was ich, jedem und jeder raten kann, die ein Konzert organisiert, wenn, Eltern dabei sind und ihre Kinder einen einen Raum, zu definieren als das hier ist der Space One Kim sich aufhalten kann. Wo ein Kind sich wohlfühlen soll. Ja so ne das ist so das ähm, Top-Beispiel. Mhm. Ähm was wir erlebt haben. Dann weitere Dinge sind also das muss man glaube ich einfach selber als tourende Eltern vielleicht aufm Schirm haben, dass man, wenn man, eben Catering bekommen, dass man darum bittet, dass das Catering halt nicht zu scharf ist, nicht zu krass gewürzt, dass es halt irgendwas ist, worauf die Kinder auch Lust haben. Mhm. Und das haben wir inzwischen halt auch gelernt, dass man das einfach mit reinschreiben muss in in die Anforderung. Ähm. Und wir hatten Konzerte, wo wir vor Ort eine Babysitterin organisieren mussten oder ein Babysitter. Ähm, Und da hat's halt enorm geholfen, wenn dann der Veranstalter gesagt hat, ja ich habe äh ich habe hier eine Nichte, die kann an dem Tag aufpassen. Also das ist jetzt für unseren damals sechsjährigen, glaube ich, gewesen. Der war total locker damit, wer auf ihn aufpasst. Ähm, Aber genau, wenn wir mal irgendwo einen Engpass hatten, war das enorm hilfreich, wenn's einfach vor Ort die Möglichkeit gab, an eine vertrauenswürdige Person zu kommen, die aufpassen konnte. Ähm ja so viel dazu. Jetzt habe ich gerade das Gefühl, ich habe mich leergequasselt. Ja das war jetzt ja auch ganz schön viel Input ähm aber ein bisschen habe ich auch so einen roten Faden erkannt, ne? Also Community ist wichtig und ähm Kindern Raum geben ist wichtig und ähm da gibt's einfach ja viel, viele Möglichkeiten, viel Spielraum ja, spannendes Thema, wenn man, wenn man sich dem widmet so. Ja, also ich glaube, was wirklich total hilft, ist, wenn Leute, selber einfach die Erfahrung schon haben mit Kindern und sich darüber Gedanken machen, okay, was könnte eine Familie mit einem jungen Kind für Bedürfnisse haben und versucht das zu ähm, das zu bedienen. Also wir hatten zum Beispiel ein Konzert in Erfurt, da hatte ich einen Backstage-Raum da wurde mir. Ein also eine die haben's auch richtig toll gemacht. Die haben irgendwie für mein Baby, was ich dabei hatte ähm, also eine Stelle, wo ich quasi Windeln wechseln konnte, die hat mir sogar Windel da hingelegt und irgendwie eine Stelle, wo ich das Kind ablegen konnte, wo es schlafen konnte. Also sie haben einfach darüber nachgedacht, was sind, was braucht eine Mutter von einem sieben Monate alten Kind gerade so was, ne? Was braucht die gerade? Und haben mir das zur Verfügung gestellt, ohne dass ich danach gefragt hätte und so was ist dann natürlich so doppelt super cool ähm, ne, wenn man so überrascht wird mit so was ähm, Wo man so merkt, äh wow, die haben sich richtig, das ist so, das fühlt sich so richtig liebevoll an einfach. Wenn man merkt so da hat sich jemand Gedanken gemacht darüber, was ich gerade brauche und hat das ohne, dass ich danach verlangt, hatte einfach so zur Verfügung gestellt. Also so was ist sind total schöne Momente, wo man sich so ähm, gewertschätzt fühlt, glaube ich. Mhm. Ja. Wahnsinn, toll. Mhm. Ja, oh Mann, wir sind kreuz und quer gesprungen vom Thema Käse aus gegangen, äh haben mir so einige weitere Themen gestreift. Wenn du noch kannst, hätte ich noch zwei ich kann auch ich kann auch ein Thema Krise mit Kind also so oder eine eine total doofe Situation die wir auch zum Beispiel schon hatten ne und das ist kombiniert wird, das was die erste was der erste O-Ton war ähm mhm. Mit dem, was ich erlebt habe. So wenn wenn der Ort zum Beispiel zu weit weg ist. Also wir hatten einen Auftritt in Frankfurt, ähm. Ja war halt durch eine Freundin organisiert und die Veranstalter haben uns dort der Veranstalter hat uns halt einen Raum zugewiesen als Backstage-Raum, der 300 Meter weg war von der Bühne und es war verrauchter Büroraum, der nicht geheizt war, es war Winter, es war nicht geheizt, das war einfach ein Büroraum, wo irgendwie noch so ein, also von für den Hund von einem der Mitarbeitenden dort lag dort halt so ein so ein Hundekörbchen. Aber ansonsten war das einfach so ein Stein Raum, ein verrauchter Steiniger, also ne so so Steinfliesen waren da aufm Boden. Es war kalt, es war, Das war einfach so über also unser Kind war auch damals glaube ich sieben Monate alt und, also es war so absolutes Beispiel für so ist gar nicht cool. Mhm. Ähm, Also so komplett ungemütlich. Also irgendwie man ich glaube, man muss es halt so Familien auch so bisschen gemütlich machen im Backstage-Stand, wenn man eine Familie erwartet für einen Auftritt. Mhm. Ja ja Wahnsinn, wenn man dann da vor Ort und dann hat man ja noch tausend andere Sachen im Kopf, ne? Das ist echt. Wow. Ja, oh Mann, da kann man einiges erleben. Ja. Ja ähm noch mal zurück, zum Thema ähm Krise beziehungsweise auch das Thema ähm und das ist ja eigentlich auch hier in diesem Podcast Kreativität. Ähm welche Stellenwert hat denn Kreativität für dich ähm in Krisenzeiten? Ich. Das kann ich voll schwer beantworten, weil ich gar nicht ähm, Also kommt auf den Zustand drauf an. Ähm ja manchmal kann Kreativität natürlich total hilfreich sein, hilfreich sein, um aus einer Krise wieder rauszukommen, aber manchmal ist bei mir Krise wirklich ähm, so dass dass ich das Gefühl habe, da ist überhaupt gar keine Kreativität mehr vorhanden, sondern ähm eine eine Ohnmacht, ein ein äh somebody help me please. Und und gar nicht ähm so einen selber in ins Tun kommen äh und, welcher Kreativität geht glaube ich äh bei mir erst ab einer anderen ab einem anderen Zustand los. Mhm. Auf der anderen Seite, also nur dass ich angefangen habe Lieder zu schreiben damals nach ähm, Nach dem Abbruch von diesem nach dem Abbruch des Studiums und äh als ich dort in Schweden war ähm so dieses Liederschreiben ähm zu entdecken, Und irgendwie so einen Weg aus der Krise, nämlich was wird aus mir? Also die Krise war, was wird aus mir und ich fing an, Lieder zu schreiben ähm und das war, glaube ich, schon so mitten in so einer, Krise ähm insgesamt. Insofern war das auch ein Weg aus der Krise raus, das. Ja, es gibt wahrscheinlich einfach auch viele Formen von Krise, viele verschiedene Qualitäten von Krise, die dann, ähm ermöglichen entweder Kreativität als Ressource zu nutzen oder aber erstmal Ressourcen finden zu müssen, um die Ressource, Kreativität auch wieder nutzen zu können kommt vielleicht auch auf das Stadium an, indem man gerade ist, in der Krise. Und auf die Ressourcen, die man hat, Ähm genau und jetzt noch die Abschlussfrage. Ähm die habe ich bis jetzt eingestellt ähm in dieser Rubrik Krise ähm, allen, die jetzt grad zuhören, die in einer Krise stecken oder ähm grad in eine Krise reinrutschen. Ähm hast du für die vielleicht eine Botschaft. Also das eine, Was, glaube ich, jetzt helfen kann, es nicht allein damit zu bleiben. Die die die Themen, die euch gerade belasten, mit Leuten anzusprechen, bei denen ihr das Gefühl habt, dass die dass die euch gut zuhören können und ähm, Genau, einfach nicht nicht alleine bleiben damit, ähm sondern in den Austausch zu gehen mit jemandem. Ähm und. Es kommt natürlich total auf die Krise drauf an, also bei manchen Krisen sich dran zu erinnern, dass das vielleicht nur eine Phase ist, Aber es gibt natürlich auch Krisen oder es gibt auch Zustände, wo ähm, Wo das nicht hilfreich ist, weil man weiß, das ist jetzt nicht nur ein Zwischenzustand. Ähm äh an an der Stelle, wo, wo die Krise quasi nicht mehr abgefangen werden kann, dadurch, dass man mit seinem eigenen äh Freundeskreis damit in Austausch geht, sich professionelle Hilfe holen. Das ist mein Rat. Also zu zu weiß nicht, wer hat eine Anlaufstelle gehen, irgendeine ähm, Entweder bei den Telefonnummern anzurufen, die dafür äh im Netz stehen oder äh eine Ambulanz aufzusuchen, Genau, je nachdem, in welchem Zustand einer Krise. Man gerade ist. Mhm. Muss man, glaube ich, gucken, wer einem da grade raushelfen kann, weil ich glaube, die wenigsten Krisen lassen sich einfach selber durch ähm mh also, Vielleicht gibt's auch Krisen, die man einfach selber durchsteht, aber ich glaube manchmal kann's hilfreich sein, sich äh jemanden dazuzuholen, uns nicht alleine durchzustehen. Mhm. Ja. Vielen, vielen Dank Aine. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast und vielen Dank für die Einblicke und Gedanken. Sehr zu durchdenken. Und danke dir für deine ganz ganz wertschätzende Art und Weise damit umzugehen. Ja, ich wünsche dir ganz viel Erfolg und ganz viel Freude und Leichtigkeit mit dem neuen Album, mit der Tour, dass hier ganz viele tolle, Veranstaltungsorte habt, die ganz viel Raum haben für euch als Familie. Mhm. Danke. Und natürlich vor allem für deine Musik und ähm, Ja, ich freue mich total auf dein Album. Ja, schön, danke dir. Das war's für heute mit Chaos, Kunst und Mutter im Mund. Der Podcast für Kreativis. Ich freue mich, wenn ihr das nächste Mal wieder dabei seid. Nochmal.